Alle zwei Jahre die gleiche Frage: Was wird bei der HU eigentlich geprüft? Und vor allem — was kann man selber tun, damit der Termin nicht zur Geldfalle wird? Hier ist die ehrliche Checkliste, die wir auch Kunden mitgeben, wenn sie uns anrufen.
Die fünf häufigsten HU-Killer
Aus unserer täglichen Werkstattpraxis: Drei Viertel aller Mängel bei der HU sind vermeidbar. Sie kosten oft nur ein paar Minuten zur Vorprüfung — und ersparen eine Nachuntersuchung mit zusätzlichen Kosten.
1. Beleuchtung
Der unangefochtene Spitzenreiter. Eine ausgefallene Bremsleuchte, defekte Kennzeichenbeleuchtung oder ein nicht funktionierender Blinker reicht — und Sie fallen durch. Lassen Sie jemanden hinter Ihr Auto stehen, treten Sie alle Funktionen durch:
- Standlicht vorne und hinten, links und rechts
- Abblendlicht und Fernlicht
- Bremsleuchten — auch die mittlere
- Blinker rundum und Warnblinker
- Rückfahrlicht
- Kennzeichenbeleuchtung (oft vergessen!)
- Nebelschlussleuchte und Nebelscheinwerfer
2. Reifen
Mindestens 1,6 mm Profiltiefe vorgeschrieben — wir empfehlen 3 mm Sommer, 4 mm Winter, weil die Bremsleistung darunter spürbar nachlässt. Prüfen Sie auch das Reifenalter (DOT-Nummer): Ein Reifen, der älter als 6 Jahre ist, wird auch ohne Verschleiß abgelehnt.
- Profiltiefe an mehreren Stellen messen (Bordmittel: 2-Euro-Münze, der goldene Rand muss verdeckt sein)
- Einseitiger Verschleiß? Hinweis auf falsche Achseinstellung
- Risse in der Flanke, Beulen, Fremdkörper
3. Wischer und Waschanlage
Ein streifenfrei wischender Wischer ist Pflicht. Wenn Sie schon merken, dass die Sicht bei Regen schlecht ist, sind die Blätter verschlissen. Ein neues Wischerblatt kostet 8–15 €. Außerdem: Scheibenwaschwasser muss da sein und auch gefördert werden.
4. Bremsen — der Klassiker
Etwa jeder vierte Mangel betrifft die Bremse. Was Sie selber prüfen können: Beim Bremsen darf das Auto nicht zur Seite ziehen, das Pedal darf nicht schwammig sein, und kein dauerhaftes Quietschen oder Schleifen. Bei der Bremsflüssigkeit gilt: alle 2 Jahre wechseln, Punkt.
Wenn Sie unsicher sind, ob die Bremse durchkommt: Wir machen einen kostenlosen Vor-Check vor dem HU-Termin. 5 Minuten am Bremsenprüfstand, ehrliche Aussage.
5. Karosserie und Auspuff
Schauen Sie unter das Auto. Tropft etwas? Sind Roststellen sichtbar an tragenden Teilen (Schweller, Federdom)? Hängt der Auspuff durch? Das sind klassische Ablehnungsgründe — am besten vor der HU prüfen lassen.
Was die Prüfer noch begutachten
Zusätzlich zu den oben genannten Punkten gehört zur HU:
- Lenkung, Lenkkopflager, Spurstangenköpfe (Spiel testen)
- Stoßdämpfer am Prüfstand
- Sicherheitsgurte — funktioniert die Rückzugmechanik?
- Hupe
- Onboard-Diagnose — Fehlerspeicher wird ausgelesen
- Abgaswerte (AU)
- Kennzeichen und Beschilderung
Was Sie mitbringen sollten
- Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I)
- Bei Umbauten / Tuning: ABE oder Teilegutachten
- Letzter HU-Bericht ist hilfreich, aber kein Muss
Wenn die HU nicht klappt
Bei geringen Mängeln bekommen Sie die Plakette nach Behebung in einer kurzen Nachuntersuchung. Bei erheblichen Mängeln haben Sie einen Monat Zeit zur Reparatur. Gefährliche Mängel bedeuten Stilllegung des Fahrzeugs — selten, aber möglich.
Bei uns: HU/AU täglich ohne Termin, MO–FR 9–18 Uhr. Kleinmängel beheben wir direkt im Anschluss — Sie sparen den zweiten Werkstattbesuch.